Tag 50 - 17.07.25

Heute sollte anstrengend werden. Sehr anstrengend. Aber hey, was tut man nicht alles, um sein Motorrad für den Verkauf schön zu machen, oder?

Bob kam irgendwann mitten in der Nacht von seinem abenteuerlichenMotorradtrip zurück.
 Ich habe mich morgens also möglichst leise verhalten, damit er ausschlafen kann, während ich mein Frühstück in mich reinschaufelte.


Kaum war Bob wach, konnte ich ihn endlich nach Putzutensilien fragen. Er schleppte ALLES an, was sein Haushalt zu bieten hatte: Lappen, Handtücher, Seifen, irgendein Putzmittel, das nach „wird wahrscheinlich den Lack wegätzen“ roch. Perfekt.
Denn mein Motorrad sah richtig übel aus.

Wyoming hatte mir eine schöne Erinnerung dagelassen: eine Baustelle mit frisch aufgetragenem Teer, der noch schön klebrig war und sich wie ein fieses Kaugummi aus der Hölle überall am Motorrad verteilt hatte.

Schwarze, klebrige Flecken klebten einfach überall. Also ging es ran an den Kärcher: Groben Dreck wegspritzen.

Danach begann der eigentliche Spaß: Den Teer abkratzen. Mit Spezialreiniger, viel Kraft, Geduld und noch mehr Flüchen. Es dauerte Stunden. Außerdem kämpfte ich gegen Staubmonster in allen schlecht zugänglichen Ecken des Motorrades, die ich mit Pressluft einigermaßen rauspusten konnte. Irgendwann sah mein Motorrad wenigstens nicht mehr wie ein Zombie aus.


Nach ein paar Stunden Putzen und innerlichem Weinen fuhren wir zu Cycle Gear, um frisches Motoröl und einen neuen Ölfilter zu besorgen. In der Nähe gab’s zur Belohnung einen dicken Burger im Diner. 

Zurück am Haus putzte ich weiter, bis ich wirklich keine Lust mehr hatte.

Aber der Tag hatte noch einen letzten Kampf für uns: Hinterreifen wechseln.
Natürlich war der alte Reifen mega steif, der neue genauso, alles wehrte sich, alles klemmte. Es war wie ein schweißtreibendes Fitnessprogramm für Motorradreisende, nur ohne Fitness.

Doch irgendwann war auch das geschafft.

Nach einem ganzen Tag voller Putzen, Fluchen und Reifenringen war es endlich soweit: Mein Motorrad sah wieder ganz passabel aus.Ein ganzer Tag Putzen – einfach herrlich. Nicht.
Und genau so sehen die glamourösen Tage eines Motorradreisenden hinter den Bildern aus.