Ein Monat ist rum, seit ich Kiel verlassen habe – Zeit fĂŒr ein kleines Zwischenfazit, bevor ich wieder den Helm ĂŒber die Ohren ziehe.


📏 ~8000 km bin ich bisher gefahren und habe dabei 7 Bundesstaaten besucht.

Das sind im Schnitt 260 km pro Tag, Ruhetage und mein leicht verspÀteter Start eingerechnet. Deutlich mehr als gedacht, aber Tatsache ist: Die meisten Strecken sind echt easy und schnell zu fahren. 

Vielleicht 15 % sind grob steinig oder sandig und brauchen volle Konzentration und Fahrskills, um sich nicht  wehzutun oder das Motorrad zu beschÀdigen. 

Und dann gibt’s diese 5 % Strecken, die in die Kategorie „hui ui ui“ fallen – steil, steinig, rutschig, zornig. Die habe ich meistens weggelassen, denn better safe than sorry
 vor allem, wenn man allein unterwegs ist.

Einmal habe ich den Notruf ausgelöst fĂŒr einen verunfallten Radfahrer. Dieser kam zum GlĂŒck recht schnell ins Krankenhaus. Jetzt weiß ich, dass der SOS-Knopf auch funktioniert. 

Einmal wurde ich von der Polizei angehalten und mĂŒndlich verwarnt. Puh.

Einen platten Reifen hatte ich. Den konnte ich glĂŒcklicherweise flicken. 


đŸïž Das Motorrad? LĂ€uft hervorragend. Zwei StĂŒrze (nur Kratzer), zwei Ölwechsel, einmal Ventilspiel geprĂŒft, ein Vorderreifen (Michelin, zappelig auf der Straße) nach 3000 km runter, ein Hinterreifen (Dunlop, guter Allrounder) nach 6500 km gewechselt.

Ein paar Kleinigkeiten nerven, aber das Wichtigste: Es ist zuverlÀssig und leicht zu manövrieren.


đŸ€ Sozialleben on the road: Ich bin mit unzĂ€hligen Menschen ins GesprĂ€ch gekommen – die Amerikaner sind wirklich freundlich, interessiert und oft neugierig, was so ein Typ mit komischem Akzent und ĂŒbelst staubigen Klamotten und Motorrad hier eigentlich treibt.

UngefĂ€hr drei Dutzend andere Motorradreisende habe ich auf den Routen getroffen, dreimal ein StĂŒck gemeinsam gefahren, aber meist bin ich allein unterwegs.

WĂ€re es mit Begleitung unterhaltsamer und sicherer? Bestimmt. Aber ich fĂŒhle mich nicht einsam und kann zu 100 % machen, was ich will – Fotos, spontane PlanĂ€nderungen, mein Tempo, kleine Umwege, Pausen, Natur genießen.

RĂŒckblickend muss ich sagen, dass es schwierig ist Reisepartner zu treffen mit denen es wirklich gut passt. Mit denen man Spaß hat, die ein Ă€hnliches Tempo fahren und gleichfalls daran interessiert sind Fotos zu machen oder es zumindest hinnehmen. 


đŸŒČ Natur pur: Sechs Nationalparks gesehen, alle sehr unterschiedlich und höchst beeindruckend.

Ich liebe es, den ganzen Tag draußen zu sein – genau das ist hier der Fall. Die StĂ€dte und Highways sind nur kurze ÜbergĂ€nge, der Rest ist Natur, soweit das Auge reicht, scheinbar unendlich. Wandern ist entspannter, klar, aber das Motorrad erlaubt mir, in kurzer Zeit eine unfassbare Bandbreite an Landschaften wortwörtlich zu erfahren.


đŸ’Ș Freiheit: Ich suche hier nicht die maximale fahrerische Herausforderung. Es geht ums Erkunden, um diesen Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung beim Motorradfahren, um dieses GefĂŒhl, bis ans Ende der Welt fahren zu können. Und ich muss sagen: Dieses GefĂŒhl von unendlicher Freiheit habe ich bisher noch nie so stark erlebt wie hier, mit diesen Weiten und der unberĂŒhrten Natur um mich herum.


Warum ich das mache?


Weil ich es liebe, draußen zu sein, zu entdecken. Weil ich den Abenteurer in mir rauslassen will. Und weil es einfach grandios ist, diese fĂŒr mich neue, aber alte Welt mit eigenen Augen und eigenen Reifen zu entdecken. Weil es mich reizt am Morgen noch nicht zu wissen, was mich den Tag ĂŒber erwartet und wo ich am Abend lande, was der Zufall fĂŒr Erlebnisse bringt.


Jetzt wird’s Zeit, den Helm wieder aufzusetzen – Das Abenteuer ruft.