Tag 40 - 07.07.25
Kennt ihr das, wenn euch euer innerer Wecker um 5:03 Uhr weckt, obwohl ihr eigentlich noch schlafen könntet?
Mir passierte das heute wieder auf dem Campingplatz. Diesmal wollte ich mich aber nicht wieder totfrieren auf dem Motorrad. Deshalb hatte ich eine verrückte Idee: einfach länger schlafen.
Und was soll ich sagen? Es klappte tatsächlich. Noch ein, zwei Stunden Dösen im Schlafsack und gegen 7 Uhr stand ich dann auf – die Sonne lachte schon vom Himmel, als wolle sie mir ein High-Five geben.
Und mit der Sonne kam die Wärme.
In aller Ruhe baute ich mein Zelt ab, wobei es noch so feucht war, dass ich es wie einen nassen Hund in einen Baum hängte, um es von der Sonne trocknen zu lassen.
Frühstück im Sonnenschein, keine Hektik – genau so muss es sein. Dann packte ich alles zusammen und fuhr Richtung Süden, mein heutiges Ziel: der Grand Teton National Park, nur einen Katzensprung entfernt.
Bereits nach 30 Minuten sah ich sie: diese gigantischen, gezackten Bergriesen, die wie eine Postkartenkulisse aus dem Boden ragen.
Je näher ich kam, desto beeindruckender wurde die Aussicht. Ich konnte nicht anders, als alle paar Kilometer für Fotostopps an Aussichtspunkten anzuhalten, während die Sonne die schroffen Gipfel in ein weiches Licht tauchte.
Der Grand Teton National Park liegt im Nordwesten Wyomings und wurde 1929 gegründet.
Er schützt weite Täler, kristallklare Seen und vor allem die beeindruckende Teton Range, deren höchste Spitze, der Grand Teton, satte 4.199 Meter in den Himmel ragt.
Diese Region ist auch bekannt für ihre Wildtierpopulation, darunter Grizzlybären, Elche und Adler, die oft direkt neben der Straße auftauchen.
Nach etlichen „Oh mein Gott, ist das schön!“-Momenten genehmigte ich mir ein Mittag am Jenny Lake mit Blick auf die Berge, während das Wasser leicht kräuselte.
Einfach ein perfekter Lunch-Spot. Gestärkt schwang ich mich wieder aufs Bike und fuhr Richtung Osten, um am nächsten Tag die Wyoming Backcountry Discovery Route zu starten.
Die US26 wurde meine neue Reisebegleiterin. Und Leute, diese Strecke ist ein Landschaftsbuffet: Direkt nach dem Grand Teton National Park ist alles noch grün, die Berge sind hoch, die Flüsse funkeln. Die Tetons liegen wie schlafende Riesen im Rückspiegel.
Je weiter man kommt, desto mehr öffnet sich die Landschaft in weite, goldene Ebenen, unterbrochen von sanften Hügeln.
Die Temperaturen steigen, während die Höhenmeter sinken: Von kühlen 10–12 °C am Morgen im Park werden es Richtung Riverton 27 °C und du fährst vom Hochgebirge auf rund 1.600 m herab.
Auf dem Weg durchquerst du die Wind River Range, ein weiteres Juwel Wyomings mit Bergen über 4.000 m, wilden Tälern und der Quelle des Wind River. Die Range ist bekannt für ihre alpinen Seen und wilden Backcountry-Routen, auf denen man oft tagelang keinem Menschen begegnet.
Am späten Nachmittag erreichte ich Riverton, wo ich mir für eine Nacht ein Hotelzimmer gönnte, weil ich ehrlich gesagt keine Lust mehr auf nasse Zeltwände hatte.
Nach einem kurzen Spaziergang bei dem es, nicht viel zu sehen gab holte ich mir ein Abendessen.
Danach setzte ich mich noch hin, um diesen Reisebericht und ein paar Notizen für euch zu tippen.
Dann fiel ich ziemlich erledigt, aber glücklich ins Bett – bereit für neue Offroad-Abenteuer auf der Wyoming BDR am nächsten Tag.