Tag 17 - 13.06.2025

Es sind die kleinen Dinge auf Reisen, die sich plötzlich wie purer Luxus anfühlen. Heute war so ein Tag – denn ich habe endlich mal wieder in einem richtigen Bett geschlafen! Kein Zelt – einfach nur Matratze, Kissen, Decke. Himmlisch.


Der Tag beginnt angenehm mild, fast so, als ob die Sonne Rücksicht auf meine müden Knochen nimmt. Nach einer belebenden Dusche fühle ich mich plötzlich wieder wie ein Mensch – erstaunlich, was ein bisschen warmes Wasser bewirken kann. Und ich habe habe richtig Lust auf Sport.


Also, auf ins nahegelegene Gym, um mal wieder was gegen den schleichenden Muskelverfall zu tun. Ich kann nicht leugnen: Der Körper hat sich in letzter Zeit eher nach „Campingstuhl“ als nach „Fitnessgerät“ angefühlt. Doch das intensive Workout tut gut. Das schlechte Gewissen, das sich nach zweiwöchigem Nichtstun angesammelt hat, wird zumindest etwas besänftigt.


Das Gym sieht so ein bisschen aus, wie aus den 80-zigern, hat aber die nötigsten Geräte. Es geht halt nichts über das Fiz.


Danach steht das Mittagessen an – und damit auch das große Warten. Ich warte sehnsüchtig auf den Anruf der Werkstatt. Mein Moped ist beim Service, und ich hoffe, es ist bald wieder einsatzbereit. Ich warte… und warte… und warte.


Gegen 15 Uhr, als die Werkstatt noch zwei Stunden geöffnet hat, rufe ich vorsichtig an. Die Antwort: „Heute früh war richtig viel los, aber wir haben inzwischen angefangen.“ Gut, fair enough – ich bin ja froh, dass sie mich überhaupt noch dazwischengeschoben haben.
17:30 Uhr, endlich der erlösende Anruf: „Wir sind gleich fertig.“ 

YES! Also: T-Shirt nass gemacht, es herrschen ca. 36 Grad, im Schatten wohl gemerkt. Deshalb auch den Trinkrucksack an und Helm geschnappt.

Problem: Die Werkstatt ist gut 3 km entfernt, die Sonne brennt ohne Gnade vom Himmel. Also halte ich einfach mal den Daumen raus. Und siehe da – ein Pickup hält. Am Steuer: Tim, daneben Hillary. Zwei unglaublich freundliche Menschen, die mich direkt zur Werkstatt bringen. Ich hätte sonst locker 40 Minuten in der Sonne geschmort. Riesen-Dank an euch beide – echte Road Angels!


An der Werkstatt geht alles zügig. Kurze Wartezeit, dann bekomme ich die Infos: Alle vier Ventile waren ein bisschen zu dicht, wurden aber neu eingestellt. Das Öl sah noch ganz ok aus. Also alles wieder top – keine Sorgen mehr bei den kommenden Abenteuern!
Ich hab mir gleich noch einen Ersatzölfilter und passende Dichtungen mitgenommen. Den nächsten Ölwechsel mach ich selbst. Muss ja auch mal was lernen, ne?


Dann schnell zurück zum Hostel, Taschen wieder ans Bike geschnallt und auf zum Supermarkt, das Abendessen „jagen“. Es gibt Salat mit Hühnchen, Lachs, dazu griechischen Joghurt und einen Apfel – nach so einem Tag schmeckt das wie ein Festmahl.


Am Abend dann das Beste: Ich komme mit ein paar Leuten aus dem Hostel ins Plaudern. Es ist faszinierend, was für spannende Lebensgeschichten man auf Reisen zu hören bekommt. Menschen, die alles verkauft haben, um um die Welt zu ziehen, andere, die für ein paar Monate der Routine entfliehen.

An dieser Stelle liebe Grüße an Emily 😊


Jetzt liege ich wieder im Bett, dieses Mal müde auf die gute Art. Der Tag war lang, heiß, überraschend und einfach wunderbar. Und ich kann es kaum erwarten, morgen wieder unterwegs zu sein.