Tag 26 - 23.06.25
Es gibt diese Tage auf Reisen, an denen man einfach mal so richtig… ausschlafen könnte. Betonung auf könnte. Denn mein innerer Wecker – offenbar ein sadistischer Frühaufsteher – beschloss, mich schon um 5 Uhr aus dem Schlaf zu reißen. Warum? Mein Unterbewusstsein wusste, dass ich viel zu tun habe.
Im Hinterkopf schwirrte schon die To-do-Liste des Tages herum wie ein nerviger Mückenschwarm. Statt also frustriert im Bett rumzuwälzen, stand ich auf, warf mich in eine Runde Morgengymnastik rasierte mich und frühstückte. Der frühe Vogel… schwitzt halt auch schneller.
Dann ging’s los zum nächsten Motorrad-Händler. Dort wartete ein Haufen Arbeit. Zuerst kam die neue Kette dran, die ich am Vortag besorgt hatte. Dank meines neuen Chainbreakers lief das wie geschmiert. Kurz jubeln – und dann: Rad ab!
Der Hinterreifen hatte noch etwas Profil, aber der nächste Reifenshop lag gefühlt in der nächsten Zeitzone. Also lieber jetzt als nie. Während der Reifen gewechselt wurde, baute ich schon mal den Motorschutz ab, um den Ölwechsel vorzubereiten. Alles lief nach Plan. Bis dahin.
Denn dann kam die Ölablassschraube ins Spiel. Sie saß fest. Richtig fest. Oder fester.
Also ab in die Werkstatt, höflich gefragt, ob ich eine größere Ratsche leihen könnte. Der nette Mitarbeiter bejahte – wahrscheinlich beeindruckt von meinem leicht verzweifelten Blick.
Mit neuem Werkzeug bewaffnet, bekam ich das Biest endlich auf. Das alte Öl lief artig in die Auffangschale, der Filter wurde gewechselt, und frisches Lebenselixier floss in den Motor.
Um 13 Uhr war ich endlich fertig – eingeölt, verschwitzt und hungrig wie ein Grizzly nach dem Winterschlaf.
Zurück ins Hotel, Mittagessen inhaliert, und dann gleich weiter zur Post. Dort verpackte ich das restliche Motoröl und einige Kleinigkeiten in ein liebevoll adressiertes Päckchen an Bob – danke, Bob, für all die Hilfe.
Nach diesem Logistik-Manöver stand das nächste Make-over an: Walmart. Dort ließ ich mir endlich mal wieder die Haare schneiden.
Ich hatte langsam angefangen, Eichhörnchen zu verschrecken – höchste Zeit!
Frisch frisiert und salatreif kaufte ich noch Vorräte für die nächsten Tage ein.
Zurück im Hotel wurde in Ruhe gegessen (mein Magen klatschte Beifall), dann nochmal los zur Wäscherei. Und schließlich, gegen Abend, zurück ins Hotel. Erschöpft, zufrieden, ein bisschen stolz.
Ein Reisetag, wie er im Buche stünde – wenn das Buch „Schrauben, Schwitzen, Salat“ hieße.