Tag 43 - 10.07.25

Ich erwachte im historischen The Virginian Hotel in Medicine Bow – und historisch heißt hier wirklich historisch: Kein Strom, keine Toilette auf dem Zimmer, der Teppich hatte die besten Jahre hinter sich.

Aber irgendwie hatte ich fantastisch geschlafen, wahrscheinlich weil Betten im Vergleich zu Luftmatratzen einfach himmlisch sind.

Mein Plan:Heute sollte es endlich auf den BDR Colorado gehen.

Doch vorher musste ich meine lebenswichtigen Haferflocken-Vorräte auffüllen. Also 30 km bis in das Örtchen Hannah, das so aussieht, als hätte jemand drei Straßen und einen Supermarkt in die Prärie gestellt. Zum Glück hatten sie dort Haferflocken.

Dann ging es rein in die Snowy Mountain Range

Mit Gipfeln über 3.600 m bleibt hier oft selbst im Juli Schnee liegen – perfekt für Sommer-Schnee-Fotos.

Die Straße führte hoch bis auf 3300 m.

Hier oben war es wieder frisch, wie der erste Schluck Wasser nach einem zu langen Tag in der Sonne. Die Luft roch nach Pinien, die Bergwiesen leuchteten in sattem Grün, und ab und zu lag noch ein Rest Schnee oder auch mehr wie ein vergessenes Sahnehäubchen in den Mulden.

Ich fuhr durch Nadelwälder, vorbei an glasklaren Bächen, in denen das Wasser über graue Steine gluckerte, während der Wind durch die Zweige rauschte. Irgendwo dort oben traf ich auf Schnee direkt auf dem BDR.

Ich konnte locker drum herum fahren, aber ein Jeep-Fahrer wollte unbedingt drüber. Er blieb stecken. Weit und breit niemand zu sehen. Vielleicht wartet er jetzt einfach dort oben, bis der Schnee schmilzt, und philosophiert über die Sinnlosigkeit von Allrad.

Auf einem kleinen Campingplatz mit Blick auf die schneebedeckten Gipfel gab es ein schnelles Mittagessen, während ich die Aussicht aufsaugte.

Dann ging es wieder nach unten, die Szenerie wechselte von Schnee und Nadelwäldern zu trockenen Ebenen und Präriegras.

Immer wenn das Fahren eintönig wurde, übersprang ich ein paar Teilstücke auf der Straße.

Und um ehrlich zu sein: Das letzte Stück des BDR Wyoming ließ ich direkt aus, weil ich es kaum erwarten konnte, endlich in den BDR Colorado einzufahren.

Zuerst ging es auf entspannten Schotterstraßen entlang der Grenze zwischen Wyoming und Colorado, die Landschaft weit, Hügel sanft geschwungen, mit vereinzelten Farmhäusern, die in der Nachmittagssonne glänzten. Dann rollte ich Richtung Süden, bis nach Steamboat Springs. Steamboat Springs – dieser kleine, coole Ski-Ort, bekannt für seine heißen Quellen und Pulverschnee im Winter, roch jetzt im Sommer nach Staub und Grillrauch. Ich sah ein griechisches Restaurant, und innerhalb von fünf Minuten saß ich drinnen und genehmigte mir eine Pitaplatte mit Salat, Reis, Hummus und Feta, während draußen Biker und Mountainbiker durch die Straßen zogen. Nach dem Essen brauchte ich einen Schlafplatz. Ich recherchierte und sah, dass es in der Nähe den Stagecoach Statepark gab. Ein Park direkt am See mit Campingplatz, den ich direkt buchte. Ich fuhr hin, baute schnell mein Zelt auf, während die Sonne langsam hinter den Hügeln verschwand. Bald darauf ging ich ins Bett.Ein weiterer Tag auf dem Motorrad vorbei, voller wilder, stiller und chaotischer Momente, wie sie nur diese Reisen schenken. Und morgen? Sollte wieder grandios werden. Und schmerzhaft...