Auf unserem Weg in den hohen Norden haben wir den Svartisen (Schwarzeis) Gletscher erkundet. Einer der Gletscher Ausläufer ist durch eine grandiose Wanderung, vorbei an zwei wunderschönen Gletscherseen, erreichbar. Der Tagesausflug bis hoch an die Gletscherkante stellte sich als eine anstrengende Wanderung heraus, war aber zugleich eine wunderschöne und eindrückliche Erfahrung!
Gletscher sind für uns unglaublich faszinierend. Die riesigen Eiszungen sind einzigartig und das Jahrtausende alte Eis besitzt eine ganz besondere Ausstrahlung. Kein Wunder zog es uns wieder in die Nähe dieser enormen Eislandschaften. Nördlich des Polarkreises befindet sich der zweit größte Gletscher Norwegens. Der Svartisen, was auf Deutsch übersetzt Schwarzeis bedeutet, ist in der Nähe von Mo i Rana, einer großen Industriestadt, zu finden und liegt abgelegen in der Natur Norwegens.
Einige Kilometer vom Svartisgletschersee entfernt, entdeckten wir einen wunderschönen Spot im Sand. Schon seit Tagen regnete es fast ausschließlich. Doch die Wetterprognosen versprachen für einen einzigen Tag bessere Aussichten bis hin zu Sonnenschein. Wir verbrachten also einige Tage an diesem Fluss, arbeiteten fleißig und hofften, dass diese Prognosen auch eintreffen würden und wir den Gletscher besuchen könnten. Tatsächlich stand das Glück auf unserer Seite. Der Himmel öffnete sich und wir begaben uns auf den Weg Richtung Gletscher.
WANDERUNG VORBEI AM SVARTISGLETSCHERSEE
Das Terrain änderte sich rasant. Zuvor befanden wir uns im Regenwald und nun ging es weiter über eine marsähnliche Felslandschaft hoch zum Gletscher. Der Fels wies überall diese wunderbar rot-orange Färbung auf, so wie wir es nur von Bildern aus den Grand Canyons in den USA kannten. Das Panorama war einfach nur wunderschön und schon da hatte sich die Mühe absolut gelohnt!
Wir entschieden uns bis ganz an die Gletscherkante zu wandern. Nach einigen weiteren Minuten Marschzeit befanden wir uns dann direkt unterhalb der riesigen Eiskanten. Immer mal wieder entdeckten wir Markierungen, welche die frühere Position des Gletschers und dessen Rückgang visualisierten. Noch vor wenigen Jahren reichte der Svartisen bis in den Gletschersee hinein. Direkt neben dem Eis zu stehen ist eine spektakuläre Erfahrung! Von weitem kann man sich gar nicht vorstellen wie hoch diese Kanten wirklich sind. Erst von Nahem ist die gesamte Größe wirklich erkennbar.
So nahe an einem Gletscher ist Vorsicht geboten! Es ist wichtig auf dessen Geräusche zu achten und sich respektvoll zu verhalten. Deshalb raten wir auch ab, ohne Kenntnisse den Gletscher zu besteigen oder in Gletscherhöhlen zu klettern. Jeder Zeit könnte ein Stück der Eiskant abbrechen, runter fallen oder nachgeben. Zusätzlich sind Gletscher in ständiger Bewegung und dürfen nicht unterschätzt werden!
EINEN AUSFLUG WERT
Den Svartisen Gletscher zu besuchen können wir nur empfehlen! Zu der Zeit als wir ihn besuchten, war nicht viel los und die Touristenmassen hielten sich in Grenzen. Es lohnt sich neben der Saison zu gehen, um die Wanderroute in Ruhe zu genießen. Die Landschaft rund um den Østertalgletschersee ist einfach nur unglaublich schön und ein weiteres Naturschauspiel von Norwegen. Die Wanderung von Bootsanleger bis hoch zum Gletscher ist nicht allzu anstrengend und kann durchaus für eine Nachmittagswanderung ausgesucht werden. Möchte man die gesamte Strecke gehen, empfiehlt es sich genügend Zeit einzuplanen. Denn das erste Stück, auch wenn es zuerst nicht so aussieht, hat es in sich und kann sich je nach Wetterlage in die Länge ziehen. Die Berglandschaft bietet sich ebenfalls an mit dem Zelt zu übernachten und einige Tage zu verweilen. Rund um den See und den Gletscher gibt es zahlreiche Wanderrouten und Berghütten, welche zu längeren Wanderrouten einladen. Alles in allem ein hervorragendes Gebiet, um in der Natur zu verweilen.
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