Völlig kaputt von der langen Reise und den uns nicht gewohnten warmen Temperaturen, suchten wir in der Nähe der Grenze Frankreich und Spanien einen Stellplatz für die Nacht. Wir fuhren der französischen Südküste entlang und erreichten das Dorf Cerbère. Ein wirklich schönes Dörfchen mit einem einladenden Hafen. Zu dieser Jahreszeit waren die Strassen beinahe leer und der Charme dieses Ortes gefiel uns von Anfang an.

Wir wussten, dass danach bald die spanische Grenze kommen würden und planten noch ein paar Tage auf der französischen Seite zu verbringen. Wir nutzen französisches Internet und wollten die Roaming Daten noch etwas aufsparen. Wir verließen also das Zentrum und fuhren bergaufwärts aus dem Ort heraus. Die grandiose Aussicht war überwältigend! Hinter jeder Kurve erwartete uns ein atemberaubender Ausblick auf das Mittelmeer! Steile Klippen, türkisfarbenes Wasser und weitverbreitete Kakteen begrüssten uns auf den letzten Metern in Frankreich. In dieser Gegend zu bleiben würde uns definitiv nicht schwer fallen ;)
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Auf der Hauptstrasse fahrend, hielten wir Ausschau nach abzweigenden Strassen, welche Richtung Küste führten. Mit Hilfe von Google Maps fanden wir einige Stellen, welche wir erkunden wollten. Ein größeres Landstück in der Nähe einer Bucht interessierte uns und wies uns den ungefähren Weg. Als wir einen geeigneten Abzweiger erblickten, fuhren wir diesem neugierig entlang Richtung Küste.


Aber der Wege endete anders als erwartet


Am Ende des Weges erwartete uns ein kleines gelbes Häuschen mit einem Schild 'Camping'. Da wir Camping Plätze normalerweise meiden oder nur aufsuchen, wenn wir keine andere Möglichkeit finden um zu duschen, Wäsche zu waschen, etc. war dies nicht gerade das, was wir uns vorab vorstellten. Doch irgendwas hatte dieser Platz an sich; Es gab keine Abgrenzungen oder Gitterschranken, das Areal war für jeden zugänglich und ohne Campingplatz Schild ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen, dass dies ein Campingplatz sein soll.

Wir entschieden uns das Auto abzustellen und uns das Areal genauer anzusehen. Verbotsschilder entdeckten wir ebenfalls nirgends. Also los!
Etwa 100m weiter Richtung Küste, endete der Weg auf einem Felsvorsprung direkt am Meer. Unterhalb dessen befand sich ein kleines Plateau, welches als Campingplatz zu erkennen war. Es gab warme Duschen, saubere Toiletten und sowas wie Stellplätze mit Strom, wie wir kurz danach herausfanden :D


Wir sahen, dass sich dort unten bereits drei Fahrzeuge platziert hatten und liefen in deren Richtung. Nach einem Gespräch mit den Besuchern vor Ort, stellte sich heraus, dass dieses Areal tatsächlich zu einem Campingplatz gehört, welcher aktuell geschlossen ist und erst in einem Monat öffnen würde. Einige Einheimische bewohnen dauerhaft die Mobilhomes auf dem Areal. Diese sahen wir erst in der Nähe der Küste. Ungefähr 15 heruntergekommene Mobilhomes standen direkt an der Klippe. Bewohner trafen wir allerdings keine.

Zudem erlaube es die Stadt Cerbère, sich in der Nebensaison dort hinzustellen und die sanitären Anlagen zu nutzen. Einmal wöchentlich kommt jemand von der Gemeinde vorbei und kassiert gelegentlich ab. Unsere Gesprächspartner besuchten diesen Platz nun schon im dritten Jahr in Folge ausserhalb der Saison und kehrten stets gern an diesen wunderschönen Platz zurück.
Alles im allem, ein sehr lockerer Umgang mit einem herrlichen Ausblick ;)
Ausser ein paar Bildern im Internet fanden wir keine weiteren Details zu diesem Ort.

Noch einmal beim Felsvorsprung angelangt war uns klar: hier bleiben wir und ruhen uns erstmal bis morgen aus :)

Wir platzierten uns oberhalb von den anderen auf dem Vorsprung und konnten die Aussicht und den Abend in Ruhe für uns genießen.
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So ein frei zugänglicher Platz hat wohl auch in Frankreich seine Schattenseiten. In der Nacht kamen einige Jugendliche mit Autos und Musikanlagen auf das Areal und feierten eine Party. Wir ließen uns trotzdem nicht stören und schliefen erschöpft ein.

Das große Erwachen

Am nächsten morgen wurden wir unsanft geweckt. Mogli begann in höchsten Masse zu bellen und gab an, dass sich jemand unserem Fahrzeug näherte. Zeitgleich klopfte es an der Vantür.

Bonjour!Police de Cerbère!

Manu öffnete die Türe und ich kroch ebenfalls aus dem Bett , um mich mit den Beamten zu verständigen, da Manu nicht allzu gut französisch spricht oder versteht.

Es waren zwei Beamten in Uniform, welche uns erklärten, dass der Camping Platz noch geschlossen sei und wenn wir hier stehen bleiben möchten, jemand kommt, um bei uns abzurechnen. Unter diesen Bedingungen dürften wir problemlos hier bleiben und die sanitären Anlagen nutzen.
Wir machten den Beamten klar, dass wir dies bereits von den anderen erfahren haben und bedankten uns für dies Information. Ohne weitere Probleme verließen sie den Platz und begannen damit, die Reisenden der anderen drei Fahrzeug zu wecken und zu informieren:)

Gemütlich gingen wir duschen und frühstückten mit Blick auf das Mittelmeer.
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Als ich die Duschen aufsuchte, sah ich das Ausmass der Party vom vorherigen Abend. Flaschen, Kondome, Grill Zubehör und vieles mehr lagen überall verstreut. Keiner der Feiernden hatte seinen Müll mitgenommen.
Im Stillen dachte ich mir noch:


Na wenn dass die Polizei sieht, wird sie diesen Platz baldig absperren lassen....


Und entschied mich, die Abfallkralle zu holen und aufzuräumen.

Gedacht und passiert

Beim Van angekommen, sah ich die zwei Beamten erneut. Mit Händen und Füssen versuchte Manu ihnen zu erklären, dass wir nicht Teil dieser Party waren und stets unseren und den Abfall anderer einsammeln. Allerdings sprach keiner der beiden Englisch und Manu schlecht Französisch. Ich versuchte die Situation aufzuklären, doch die Beamten wollten nichts davon hören und verlangten, dass wir und alle anderen sofort den Platz verließen.

Wir stiegen mit Mogli in den Van und fuhren wortlos weiter.

Warst du bereits in Frankreich? Hattest du ebenfalls Kontakt mit der Polizei im Ausland? Ich bin gespannt auf deine Geschichte und freue mich über jeden Kommentar, Upvote oder Follow ;)!

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Text: Sarah