Der #fotofreitag Contest von @altobee geht mit dem Thema Tiere in die zweite Runde LINK. Zunächst hatte ich auf meiner Festplatte nach passenden Bildern geschaut, dann kam mir aber der Gedanke, dass ich doch einfach endlich mal in den Tierpark Arche Warder fahren könnte.... Also den Fotorucksack gepackt, das Fahrrad geschnappt und mit dem Zug erstmal nach Nortorf gefahren.



Englische Parkrinder
EXIF-Daten: Sony a6000 ▪ f/8 ▪ 1/400 sec ▪ ISO 200 ▪ 210mm

Was ist die Arche Warder?

Die Arche Warder ist ein Zentrum für alte und seltene Haus- und Nutztierrassen. Auf 40 ha leben hier etwa 1200 Tiere aus über 80 verschiedenen Rassen. Die Arche Warder ist damit Europas größter Tierpark dieser Art. Durch gezielte Zuchtprogramme wird zum Erhalt der gefährdeten Rassen beigetragen. Ein Teil der Jungtiere wird an landwirtschaftliche Betriebe sowie an Hobbytierhalter verkauft, dabei muss eine artgerechte Tierhaltung gewährleistet sein.


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Ungarische Lockengans
EXIF-Daten: Sony a6000 ▪ f/6.3 ▪ 1/400 sec ▪ ISO 1250 ▪ 210mm

Ein Überblick über die im Park lebenden Tiere

  • Enten (domestiziert seit ca. 3000 v.Chr.) 8 verschiedene Rassen, darunter Indische Laufenten, Sachsenenten und die extrem gefährdete Pommernente
  • Esel (domestiziert seit ca. 4000 v.Chr.) 3 Rassen, darunter der stark gefährdete Poitou-Esel
  • Gänse (domestiziert seit ca. 2000 v.Chr.) 8 Rassen, z.B. Höckergänse, Pommerngänse, Leinegänse und Diepholzer Gänse
  • Hühner (domestiziert seit ca. 3000 v.Chr.) 11 Rassen, u.a. die extrem gefährdeten Augsburger, stark gefährdeten Deutschen Sperber und Sundheimer Hühner
  • Kleintiere 2 Rassen, darunter die Kaninchenrasse Meißner Widder
  • Pferde (domestiziert seit ca. 4000 v.Chr.) 7 Rassen, darunter Schleswiger Kaltblut und "Tarpane", eine Rückzüchtung als Abbild einer ausgestorbenen Rasse
  • Puten (domestiziert vermutlich ab 500 v.Chr.) 3 Rassen, z.B. die Bronzepute
  • Rinder (domestiziert seit ca. 8000 v.Chr.) 13 Rassen, u.a. das extrem gefährdete Murnau-Werdenfelser-Rind, das Angler-Rind und die Englischen Parkrinder
  • Schafe (domestiziert seit 10.000 v.Chr.) 15 Rassen, darunter Skudden, Tiroler Steinschafe und Bentheimer Landschafe
  • Schweine (domestiziert ab 8000 v.Chr.) 11 Rassen, z.B. die extrem gefährdeten Angler Sattelschweine, Bunten Bentheimer Schweine und Rotbunten Husumer Schweine, aber auch das gefährdete Rote Mangalitza Wollschwein
  • Ziegen (domestiziert seit ca. 10.000 v. Chr.) 6 Rassen, u.a. die extrem gefährdete Girgentana Ziege und die stark gefährdete Thüringerwald-Ziege


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Rauhwolliges Pommernschaf beim Mittagsschlaf
EXIF-Daten: Sony a6000 ▪ f/6.3 ▪ 1/400 sec ▪ ISO 320 ▪ 210mm

Infos über den Park

Anreise

Die Arche Warder befindet sich im Herzen Schleswig-Holsteins und ist sowohl per Auto (Abfahrt Warder an der A7) als auch per ÖPNV (per Bahn bis Nortorf bei Neumünster oder per Bus direkt von Kiel bzw. Nortorf) gut zu erreichen. Oder man macht es wie ich und nimmt sein Rad mit um die ca. 9 km vom Bahnhof Nortorf zu radeln. Von Kiel aus sind es mit dem Fahrrad ca. 25 km.

Öffnungszeiten und Preise

Der Park ist ganzjährig ab 10 Uhr geöffnet und kann im Sommer bis 20 Uhr, im Herbst und Winter bis zum Einbruch der Dunkelheit besucht werden.
Erwachsene bezahlen 9€ Eintritt, Kinder im Alter von 4 - 14 Jahren 5€ und der Eintritt für Kinder unter 4 Jahren ist frei.
An der Kasse kann man spezielles Futter erwerben, mit welchem man die Tiere füttern darf.

Kontakt zu den Tieren

Direkt am Eingang befindet sich der Streichelhof, wo man Ziegen und Schafe streicheln kann. Als ich da war, waren dort auch 2 Kälbchen, die sich sehr über ein paar Streicheleinheiten gefreut haben. Hier ist das Füttern nicht erlaubt. Es war aber total niedlich, dass die Tiere von alleine auf einen zukamen und Aufmerksamkeit eingefordert haben.
Im Park können außerdem viele Gehege betreten werden, um in Kontakt mit den Tieren zu kommen und sie zu füttern.


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Etwa 2 Wochen alte Turopolje Ferkel (bei der Rasse bin ich mir leider nicht ganz sicher)
EXIF-Daten: Sony a6000 ▪ f/8 ▪ 1/320 sec ▪ ISO 640 ▪ 193mm ▪ -0,3 EV

Schlusswort

Der Park ist absolut zu empfehlen, vor allem für Kinder ist es wirklich ein Erlebnis mit den Tieren in Kontakt zu kommen. Man kann einen gemütlichen Nachmittag dort verbringen. Ich habe für den großen Rundgang etwa 4 Stunden gebraucht.
Ich fand es mega spannend, viele neue alte Rassen kennenzulernen. Von den Bunten Bentheimer Landschweinen hatte ich z.B. schon gehört. Deutsche Sperber und Vorwerkhühner laufen sogar bei meinen Eltern im Garten rum und mein Papa hatte mal eine zeitlang Meißner Widder.
Ich finde es unheimlich wichtig, dass es Zentren wie dieses gibt um die Diversität an Rassen aufrechtzuerhalten. Diese Rassen sind darüberhinaus robuster als die gezüchteten Hochleistungstiere und können das ganze Jahr im Freien leben.

Titelbild

Meine Wahl für das Titelbild fiel auf diese beiden Englischen Landrinder, weil sie wie ein vertrautes altes Ehepaar zusammen stehen. Die Kuh grast gemütlich während der Bulle sie beschützt und schaut, was vor sich geht.