Hola mis Steemians
Da will ich heute meinen 2. Teil über die gravierenden Umweltprobleme in den Barrios von Santo Domingo schreiben und schon wird man vom Zeitgeschen eingeholt:
- Riesige Umweltkatastrophe in der Dominikanische Republik
- Strand vor lauter Plastikmüll nicht mehr zu erkennen
- Santo Domingo versinkt buchstäblich im Müll
... und Tage zuvor waren wir dort noch baden. Was für betörende Bilder aus der Haupstadt der Dominikanischen Republik!!!
Politik und Zeitgeschichte
60 Tonnen Müll und Plastik!- Und in allen Ozeanen 5 Billion Tonnen zusammen - stellt euch diese Menge vor ! Da kommt mir das Kotzen!
Da erscheint der gestrige Text...
Oftmals sieht man dann einfach Kinder mit Müllsäcken ans Ufer gehen, dort wird dann einfach alles reingeworfen und somit entsorgt. Der Fluss als fliessende Müllhalde
...gerade zu lächerlich von der Menge her. Aber natürlich gilt dies nicht als Ausrede für die Stadt. Denn die Zahlen wirken zwar gegenüber der Weltmenge gering, aber trotzdem muss Santo Domingo hier schleunigst den Hebel ansetzen.
Die Wasserversorgung
für die Menschen an den Flussbarrios erfolgt durch aufwendiges Suchen. Entweder man holt es direkt in Eimern aus dem Fluss, oder man müht sich hoch in die naheliegenden besseren Wohngegenden, fragt dort für Wasser und schleppt es danach Gallonen und Eimern wieder runter zu den eigenen Hütte.
Hier sammelt und füllt man es dann in grössere Fässer oder Tanks. Und nebst all dem dem Dreck gesellen sich Unmengen von Kakerlaken und Ratten dazu. Und die Moskitos vermehren sich in rauhen Mengen bei den Wasser-Reservoirs.
Unglaublich:
Nur grad 2 % der produzierten Abwasser in Santo Domingo werden geklärt. Handkehrum heisst das, dass 98% vom Schmutzwasser einfach irgendwie und -wo versickert und somit das Grundwasser massiv verunreinigt- Ein absolut untragbarer Zustand! Genauso werden Zisternen und Brunnen damit kontaminiert. Auf nationaler Ebene gesehen ist zwar die Abwasserreinigung nicht viel besser, aber mit etwas über 7 % schon deutlich über dem katastrophalen Wert der Hauptstadt.
Um die Abwasserentsorgung zu verbessern, fehlt es den Bürgermeisterämtern generell an Geld. Oder das bereitgestellte versickert irgendwo in der Korruption...
So fehlt es an Finanzierungsmöglichkeiten für geeignete Klärwerke oder an technischen Grundvoraussetzungen. Darum leiden vorallem die Hygiene und Sauberkeit in den Städten. Thermobecher, Schalen (Aufgeschäumtes Plastik ) und vorallem Plastikflaschen prägen das allgemeine Stadtbild.
Und bei Regenfällen sind es vorallem diese Abfälle, die regelmäßig für Überschwemmungen sorgen. Die Abläufe (sofern überhaupt vorhandenen) sind dann rasch verstopft und die Strassen werden oft zu Kanälen (Venedig lässt hier grüssen.
Wenn etwas abläuft,
dann immer auch mit Müll und viel Plastik. Generell hat es viel zu wenig Abwasserkanäle. Und so sieht man immer mehr Flüsse oder Bäche, deren Ufer voll von Plastikabfall sind. Und am Ende gelangt aber wiederum alles ins Meer - von dort wieder zurück an die Küsten der Dominikanischen Republik, wie der obige Film eindrücklich beweist.
Bei all diesen Missständen
wundert es mich nicht wirklich, dass gerade in diesen Barrios die Kindersterblichkeit extrem hoch ist und Krankheiten wie Chikungunya, Dengue und das Zika Fieber schön artig ausbrechen. Wieder einmal mehr ist hier die in Armut lebende Bevölkerung doppelt getroffen. Schlechte hygienische Bedingungen - dadurch brechen Krankheiten aus - das braucht Medikamte - und dass hat niemand hier. Ein Teufelskreis!
- Was nutzen Schulunterricht und Umweltaufklärung, wenn die eigene Stadtverwaltung, die Regierung hier total versagen?
- Wohin sollen die Menschen den Müll bringen, wenn es keine Müllabfuhr gibt und er nicht einmal abgeholt wird?
- Wohin sollen die Menschen ihre Abwasser leiten, wenn es nicht einmal Alternativen zum Fluss oder der Strasse gibt?
- Und abgesehen davon, dass hier fundamentalste Menschenrechte verletzt werden. Was ist mit dem Recht auf Trinkwasser?
Wasser, welches in Behältern gesammelt wird muss mit Chlor versetzt werden um die Moskitolarven darin abzutöten! Aber was nutzt diese Aufklärung, wenn die Menschen oft nicht mal Geld haben, sich eine warme Malzeit pro Tag zu leisten. Warum sollten die Menschen ihre wenige Pesos für Chlor ausgeben?
Die Regierung hat es schlicht versäumt, hier eine gute Infrastruktur für die dringends benögtigte Wasserversorgung und Abwasserentsorgung zu schaffen. Offensichtlich hat sie auch kein Interesse daran, hier kurz- oder mittlefristig endlich Abhilfe zu schaffen. Die Umsiedlung eines Barrios (La Barquita) war ein Tropfen auf den bekannten heissen Stein. Es gibt noch viele Barrios mehr, die es dringend nötig hätten.
Und man kann diesen armen Menschen nicht wirklich vorwerfen, wenn sie ihren Müll schlicht im Fluss entsorgen, denn was ist mit den Fabriken und Unternehmen? Hier versagt die Verwaltung ebenfalls und die Verletzungen an der Umwelt werden nicht geahndet. Das Denken ist eben immer noch: Warum soll ein Unternehmer seine giftigen Abwässer schon durch ein Klärwerk reinigen? Der Fluss ist doch in der Nähe…
Da kommt noch viel Arbeit auf die Stadt zu und ob die bereit ist, dies alles zu stemmen? Das bezweifle ich doch sehr.
Hier gehts zu den weiteren Artikel von Umwelt und Natur:
- Das grosse Wasserproblem in der Dominikanischen Republik
- Teil 2 - Das grosse Wasserproblem - Sterben vor Durst!
- Teil 1 - Gravierende Umweltprobleme in den Barrios von Santo Domingo
Quellen:
diariolibre
CIMH (Karibisches Institut für Meteorologie und Hydrologie)
Wikipedia deutsch
Bis zum nächsten Mal
Hasta luego.
mikeCee aka Captain Mike Sparrow the steemian of the caribbean
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