Heute trafen wir die Vertrauensperson der Schülerinnenaustausche, woran auch Eva teilgenommen hatte. Linda ist eine wirblige Frau, welche mit 76 Jahren immer noch arbeiten geht. Linda und Eva haben sich VIEL zu erzählen. Linda und ihre Familie hatte insgesamt 58 Austauschstunden für bei sich aufgenommen, manchmal sogar zwei zur gleichen Zeit. 

Ursprünglicher Beweggrund war es ihrem Einzelkind Gesellschaft zu bieten, jedoch zunehmend auch aus dem für sie wichtigen Grund, den Austauschschülerinnen die Gelegenheit zu bieten, ein anderes Land und Leute kennenzulernen. Austauschschuler sind jedoch mehr als Gäste auf Zeit, vielmehr sind sie Teil der Familie und werden auch so behandelt. So kamen Jugendlich aus verscheidensten Ländern (Russland, Brasilien, Deutschland, Italien, etc.) und brachten ihrerseits die verschiedensten Lebenserfahrungen mit. Was Linda über ihre Erfahrungen erzählte war sehr eindrücklich, Ausführungen dazu würden diesen Blog sprengen.

Linda und ihr Mann John (er hat in der Garage eine alte Harley und einen Ford von 1931 stehen) nahmen uns mit nach Shipshewana. Dort leben sehr viele Amish people und Mennoniten. Diese haben einen grossen "Flohmarkt" und andere Läden, welche ein richtiges Touristenmagnet darstellen. Immer noch in ihren ursprünglichen Lebensformen verhaftet, leben diese Christengemeinschaften trotzdem mit einem Fuss in der neuen Welt und produzieren für den freien Markt verschiedenste Produkte (Lebensmittel, Touristenware, Holzwaren, etc.). Tiere, Lebensmittel und Antiquitäten werden regelmässig direkt in Auktionshäusern verkauft. Diese Christen reisen konsquent nur in Pferdekutschen oder auf dem Fahrrad. Ihre landwirtschaftlichen Produkte sind sehr gefragt, auch wenn diese kein Biolabel tragen, gelten diese Produkte als sehr naturnah.

Und wieder einmal sind wir überrascht, wie gross das Land ist. Die Hauseigentümer haben immense Grundstücke, auch weil es viel Platz hat und der Boden im Verhältnis zur Schweiz auch in guter Lage billig ist. Die Zinslast für Fremdkapital ist jedoch auf einem schwindelerregenden Niveau im Vergleich zur Schweiz, sagt man uns.

Und die Strassen werden dann einfach mal mit dem Lineal gezeichnet und auch so gebaut.