Ein Fazit

Es gibt Reisen, die macht man. Und dann gibt es Reisen, die verändern einen. Jetzt, wo ich wieder zu Hause bin, die staubige Ausrüstung verstaut und echte Entspannung eingesetzt ist, wird mir erst so richtig klar, was da eigentlich passiert ist.

8 Wochen unterwegs.

46 Tage auf dem Motorrad.

8.640 Meilen (das sind stolze 13.824 Kilometer!). 

Zehn US-Bundesstaaten.

7 Nationalparks.

Zwei Sätze Reifen.

Vier Ölwechsel.

Und unzählige unvergessliche Momente.

Mit 300 Kilometern pro Tag ins Abenteuer

Mein Schnitt? Etwa 300 Kilometer am Tag – inklusive Pausetagen. Ich war also gut unterwegs. Nicht im Highspeed-Modus, sondern im "Ich-saug-jede-Sekunde-auf"-Modus. Und das war auch gut so. Denn zwischen den Highways, Offroad-Strecken und staubigen Trails lagen nicht nur Meilen, sondern ganze Welten. Utah hat mich umgehauen.

Diese Wüstenlandschaften, als wären sie von einem anderen Planeten.

Idaho – das unterschätzte Juwel – hat mit seinen wilden Flüssen und unendlichen Weiten überrascht.

Und Colorado? Gigantisch. Die Rocky Mountains dort haben mir den Atem geraubt – im wahrsten Sinne des Wortes.

Stürze, Schrauberstunden und Schicksalsbekanntschaften

Klar, ganz ohne Blessuren ging es nicht. Dreimal bin ich mit der Maschine umgekippt oder gestürzt, das gehört dazu. Zum Glück nichts Ernstes – ein paar Kratzer an der Karre, sonst nur Adrenalin.

Richtig wertvoll war in solchen Momenten nicht nur meine Schutzausrüstung, sondern auch die Gemeinschaft, die ich unterwegs erlebt habe.

Da war Bob – der heimliche Held dieser Reise. Er hat mir nicht nur sein Zuhause geöffnet, sondern auch seine Garage. Ich bin Bob unendlich dankbar dafür, dass ich bei ihm wohnen und seine Garage nutzen durfte. Es schraubt sich in einer Garage mit ordentlichem Werkzeug und vor allem einem zweiten Paar Händen und gemeinsamen Brainstorming doch deutlich einfacher.

Und dann all die anderen:

Amy und Dan, die mich spontan erst auf ein Getränk, dann zum Abendessen und später in ihre Hütte eingeladen haben.

John, Andrew, Judd, Dan, Frank, Peter – und viele andere.

Menschen, die mir Essen, Unterkunft, Benzin oder einfach ein gutes Gespräch geschenkt haben. Manchmal war es auch nur ein Lächeln oder ein „Ride safe“. Aber das hat gereicht.

Grandios – es gibt kein besseres WortDie Landschaft? Grandios. Ich wünschte, ich hätte ein besseres Wort, aber alles andere wäre untertrieben. Grand Canyon, Bryce Canyon, Yosemite, Rocky Mountains, endlose Wälder, staubige Highways, einsame Seen – das war kein Urlaub, das war Kino. In 8K. Mit Surroundsound. Und ich mittendrin. Und ja: Ich verstehe jetzt, warum man die USA „Land of the Free“ nennt. Ich habe mich selten so frei gefühlt. Keine Verbotsschilder, nur ich, das Bike, die Straße – und zahllose Streifen- und Eichhörnchen, Erdmännchen, Murmeltiere, Antilopen und Rehe, die mir manchmal ganz schön knapp vor dem Motorrad entlang gelaufen sind.

Was bleibt?

Wissen und Erinnerungen, die bleiben. Vertrauen in mich selbst. Und ein erneuertes Verständnis dafür, dass Gastfreundschaft keine Grenzen kennt. Vor allem aber: eine tiefe Dankbarkeit für jede Sekunde dieses Trips. Ich habe gelernt, dass man selbst im Nirgendwo nicht allein ist – solange man den Mut hat, loszufahren. Ich habe Bären gesehen (nur im Yellowstone, zum Glück), im Sturm in Transportern geschlafen, Reifen geflickt, morgens mit wildfremden Menschen Frühstück gegessen. Und dabei gemerkt: Die Welt ist weniger gefährlich, als sie scheint – wenn man ihr mit Respekt begegnet.

Das größte Abenteuer meines Lebens

Diese Reise war mehr als nur eine Tour. Sie war ein Kapitel meines Lebens, das ich nie vergessen werde. Nicht wegen der Zahlen. Nicht wegen der Fotos. Sondern wegen des Gefühls, auf dem Bike durch endlose Weiten zu rollen und zu wissen: Das hier ist echt. Und das hier ist mein ganz persönliches Freiheitsgefühl.